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Die wichtigsten Lernprinzipien

Dass Lernen für den Menschen von grundlegender Bedeutung ist, wurde bereits erwähnt. Wie aber geht dieses Lernen vor sich? Was veranlasst den Menschen dazu, neue Verhaltensweisen zu zeigen, sich anders zu verhalten als bisher? Die Umgangssprache sagt: "Man lernt aus Erfahrung." Aber worin besteht diese "Erfahrung"?

Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen den behavioristischen (verhaltenstheoretischen) Lerntheorien und den kognitiven Lerntheorien.

 

Behavioristische Lerntheorien

Der Mensch wird, wenn er auf die Welt kommt, als "tabula rasa" gesehen, sozusagen als "unbeschriebenes Blatt", das durch Lernprozesse beschrieben wird. Diese Lernprozesse werden durch Reize aus der Umwelt in Gang gesetzt, die eine bestimmte Reaktion (Verhalten) beim Lernenden hervorrufen. Das gesamte Verhaltensspektrum eines Individuums beruht somit auf Konditionierungsvorgängen.

Lernprinzipien

Signal-Lernen (klassische Konditionierung) Eine angeborene Reiz-Reaktions-Verbindung (Reflex) wird mit einem Signal gekoppelt, wodurch eine neue Reiz-Reaktions-Verbindung (bedingter Reflex) entsteht.
Hauptvertreter: PAWLOW

Lernen aus den Konsequenzen (instrumentelle Konditionierung)
Ein Mensch (oder auch ein anderes Lebewesen) lernt aus den Folgen, die sein Handeln für ihn hat.
Hauptvertreter: SKINNER

 

Kognitive Lerntheorien

Während die behavioristischen Lerntheorien Lernen nur als Folge von Umweltreizen verstehen, richten die kognitiven Lerntheorien ein Hauptaugenmerk auf die Verarbeitungsprozesse in der Person des Lernenden. Wahrnehmung und Denken, Aufmerksamkeit und Motivation spielen hier eine wichtige Rolle.

Lernprinzipien

Lernen am Modell (sozialkognitive Lerntheorie)

Lernen erfolgt durch Beobachtung und Nachahmung (Imitation) des Verhaltens einer anderen Person (Modell).
Hauptvertreter: BANDURA

Lernen durch Einsicht Problemlösung)
Beim Lernen durch Einsicht werden die eigenen geistigen Fähigkeiten genutzt, um ein Problem zu lösen. Ein Problem entsteht durch die Diskrepanz zwischen IST- und SOLL-Zustand (etwas ist nicht so, wie es idealerweise sein sollte). Das Problem wird in Gedanken umstrukturiert, z.B. in Teile zerlegt, deren Lösung bereits bekannt ist. Oft führt ein Wechsel der Sichtweise auf das Problem zur Lösung.
Hauptvertreter: KÖHLER, WERTHEIMER

 

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