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Verhalten und Erleben

"Menschliches Verhalten und Erleben" ist der zentrale Forschungsgegenstand der Psychologie. Speziell die Lerntheorien beschäftigen sich damit, wie menschliches Verhalten zustande kommt, wie es aufrechterhalten, verändert oder gelöscht werden kann.

Unter Verhalten versteht man in der Psychologie alle beobachtbaren und messbaren physischen Aktivitäten und Äußerungen des menschlichen Organismus. Verhalten ist objektiv, d.h. es kann von verschiedenen Beobachtern in gleicher Weise wahrgenommen oder mit Messgeräten gemessen werden.
Beispiele für Verhalten:
Jemand führt eine Tätigkeit aus.
Jemand spricht die Worte "Das war ein aufregendes Erlebnis"
Jemand runzelt die Stirn.
Jemand beginnt zu schwitzen, sein Gesicht rötet sich und Schweißperlen stehen auf seiner Stirn.
Verhalten, das zwar nicht sichtbar, aber messbar ist:
Der Herzschag wird schneller/langsamer.
Der Blutdruck steigt/sinkt.
Der Hautwiderstand ändert sich.

Im Gegensatz dazu bezeichnet Erleben alle psychischen Abläufe, die sich im Bereich der menschlichen Psyche abspielen und die der direkten Beobachtung durch andere nicht zugänglich sind. Erleben ist daher subjektiv.
Beispiele für Erleben: Denken, Wahrnehmen, Gefühle, Bedürfnisse usw.
Das Erleben kann zwar nicht beobachtet und gemessen werden, aber es kann aus dem objektiven Verhalten erschlossen werden. Wenn jemand eine Wasserflasche zum Mund führt und trinkt (Verhalten), kann man daraus schließen, dass er Durst (Erleben) hat. Zudem können sich Menschen über ihr Erleben verständigen, da jeder Mensch ein inneres Erleben besitzt und deshalb das Erleben anderer nachempfinden kann. Jeder hat z.B. schon irgendwann Angst empfunden und kann sich deshalb etwas darunter vorstellen, wenn ein anderer von seiner Angst spricht. Trotzdem bleibt die Angst ein subjektives Erleben, da nicht sicher ist, ob der andere Angst genauso empindet wie man selbst.
In der Verhaltens- und Lerntheorie wird das Erleben auch als inneres Verhalten bezeichnet.

 

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